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01.12.2011

Sechs Tage sind es noch, bis mein Flug nach Berlin abgeht. Nach dann 86 Tagen USA-Aufenthalt. American Airlines, mit denen ich gekommen bin, mit denen ich wieder nach Deutschland kommen sollte, haben gestern Insolvenz angemeldet.

Was wohl eine Erstattung der anfänglichen Kosten, die ich hatte, um ein paar Klamotten aufgrund meines Gepäck-delays zu besorgen, zunichte machen wird. So kann man sich aus einer überschuldeten Situation ganz legal seiner Gläubiger entledigen und den Endverbraucher in dessen sitzen lassen... Wie könnte ich nur so etwas hinbiegen?

So wie es hier gerade ausschaut – das Wetter ist immer noch fantastisch – schließt sich der Insolvenzkreis in Chesterfield. Ich hoffe nur, dass ich das hiesig sinkende Schiff ohne allzu großen finanziellen Verluste verlassen kann. In eine allzu kalte See zu springen habe ich jedoch keine Lust, mir hat die Atlantik-Fühlung auf Ocracoke, North Carolina, gereicht; trotz spätsommerlicher Temperaturen, war der Atlantik trotzig und aufgebracht, was uns, die wir dort zwei volle Tage auf diesem idyllischen Eiland verbringen durften, nicht daran gehindert hatte, mächtig Spaß zu haben.

Die Tage rasen nun in etwa so dahin, wie sie anfangs, in der Zeit meiner Selbstreflexion, schneckenhaft voran krochen.
Damals waren die Tage und Nächte von zweifelhaft trüben Gedanken über meine Sein, Werden und den Erwartungen in und von Berlin geprägt.
Komischer Weise änderte sich das nicht grundlegend, als sich meine Situation hinsichtlich Bekanntschaften, Zerstreuungen und Kurzweil zu verschieben begann.

Allein die Fragestellung des dafür auszuwählenden Ortes, an dem das angesprochene Sein geschehen sollte, unterlag einer intensiven atlantiküberquerenden Befindlichkeit. Und ja, die tiefe und Dauerhaftigkeit meiner Gedankengespinste nahm natürlich mit Zunahme der Bekanntschaften und der daraus resultierenden Zerstreuungen deutlich ab.

Waren meine Tage damit angefüllt, zu überlegen, was ich mir wohl so zu legen vermag,
dass ich jeden Tag etwas zu tun hatte, bin ich jetzt dabei in ein mir allzu bekanntes Zeitraster zu verfallen, das mir logistische und terminliche Höhenflüge abverlangt.

Nun, dies ist dann aber doch nicht mit dem New York City Aufenthalt zu vergleichen, der mir recht eindringlich zeigte, was es heißt auf einem Städtetrip zu sein.
Trapped in my own schedule(!) visiting all important spots.

So sehr, dass ich von Berlin als einem Dorf zu schwärmen begann und etlichen New Yorkern, dazu Alesandro, meinen Gastgeber und dieser sympathischen, Deutsch sprechenden Frau, die es dann doch wagte, mich in meiner Sprache anzusprechen, erklären musste, was es nun hieße, in einer großen Stadt, der dEUtschen Hauptstadt, zu leben und nun das Gefühl zu bekommen: es geht auch noch viel lauter und hektischer.

Aber Dank meiner Anpassungsfähigkeit in bestimmten Situationen, war ich dieser natürlich meer als gewachsen, was die folgende, paradiesische, ein Fahrrad für lau bekommen zu haben, zu einem ziemlich großen Teil begründete, da sie meinen schedule entspannte.

Als Tourguide hat man mitunter Vorteile, wie sich an jenem Donnerstag, in der Mitte meines Aufenthalts, zeigen sollte. Einen Tag nachdem ich die gebuchte Radtour durch den Central Park am Mittwoch verpasst, weil ich den Treffpunkt nicht gefunden und die Lady am Telefon mir darauf hin geraten hatte: take a cab, it only takes ten minutes, they will wait, I call to inform Bob.
Zehn Minuten? In dem Verkehr? Unfassbar, aber machbar. Ein $/min. Die Tour war aber leider schon auf und davon. Eine lange Diskussion mit den jungen Mitarbeitern der Firma "Bike and Roll" (BnR, die sind ziemlich groß und ich war auch schon in DC mit denen unterwegs) folgte und mir wurde eine Tour für den nächsten, eben für den Donnerstag, zugesagt. Die New Yorker sind entgegen aller rufmordlichen Meldungen sehr freundlich.
Sie entschuldigen sich nicht so oft für irgendwelche Dinge, die sie gar nicht zu verantworten haben. So wie ihre Landsleute in anderen Staaten. Das ist aber doch eher in Ordnung, als rufschädigend.

Wenn sie auch sehr schnell unterwegs sind. Die armen Bewohner müssen den blöden Touris, die sich vor lauter Schatten in den Straßenschluchten in irgendwelche Sonnenflecken flüchten wollen, ausweichen, weil sie auf dem Weg dorthin vergessen zu haben scheinen, dass da ja noch jemand ist, auf den sidewalks New Yorks – so wie in Berlin, nur dass ich diesmal zur Gruppe der Gaffer gehörte.

Aber ich entschuldigte mich sehr höflich und schrie der Frau hinterher, dass sie unbedingt Rücksicht auf die Touristen haben solle, da es ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für die Stadt sei und sie es sich auf keinen Fall mit den Touristen verscherzen sollte, da es NYC sonst wirtschaftlich total an den Kragen ginge. Noch mehr als ohnehin schon!
Außerdem habe Bloomberg (der Bürgermeister) die Radfahrer lieb und viel mit ihnen vor!
Zudem es kam nur einmal vor, dass mein Rad mitten im Weg war.

Selbstverteidigung. Keiner wird gerne dabei ertappt wenn er zu demjenigen wird, dessen Ignoranz ihm gehörig auf die Eier geht.
Na, weil es NYC auch nicht gerade so gut geht, wie etwa wiederum Berlin, dass ja gerade vom "Arm aber Sexy zum Reich aber Sexy" avancieren will, viele Menschen sind obdachlos, die Suppenküchen sind voll, an vielen Ecken Pappschilder "need food, work, etc.", Bettler; besser noch, sind Straßenkünstler und –artisten in den Straßen zu sehen und alle wollen immer nur Dein Geld.

Ich habe sie gesehen, die Suppenküchen in den Kirchen NYC's, nicht in Berlin bisher (zu meiner Schande). Eine Rezession, Abschwung oder eher Stagnation, wenn man sich das schönreden will, keine Jobs, obwohl immer noch sechzehn Millionen Menschen täglich zum Arbeiten nach NYC kommen.

Einschub für jetzt:
Kaum ist man mal einen Tag bierfrei, geht's am folgenden gleich wieder doppelt so bierselig weiter...

Ich war also am Donnerstag zwanzig Minuten vor der verabredeten Zeit (10am, wiederum wie in Berlin!) am richtigen (!) Ort und bekam Bob als Tourguide, einen 62jährigen, pensionierten Lehrer aus NYC, der u.a. in Florida lebte und jetzt in NYC seine Rente aufbessert. Also anders herum und der nicht zu Bushs zweiten Wahlerfolg beigetragen hatte.

A private tour, ich ganz allein, einziger Gast. Habe ich auch schon gegeben, ihm allerdings schien es Spaß gemacht zu haben, wie es das in meinem zu gebenden Falle auch scheinen sollte, aber meistens nicht so sehr tut, da das Einkommen an die Zahl der Gäste gekoppelt ist – nicht wie in Bobs Fall.

Die Tour war absolut berauschend und ich weiß jetzt, dass ich niemals zuvor mit einer Tour (zu) schnell gefahren sein kann!!!! Er hatte mir da etwas in dem Briefing, das ja anfangs immer stattfinden soll(te), mitgeteilt, über irgendwelche langsame Fahrweise.
Maybe because I'd told him I'm a tour-guide in Germany as well?
Auf jeden Fall ist er wie eine gestochene Wildsau losgefahren. Einbahnstraßen gab es gar nicht, obwohl in ganz Manhattan als einzige die 42nd St two-way ist. Übrigens schert siuch die Polizei genau gar nicht um Radfahrer, die haben Narrenfreiheit und fahren so wie es ihnen passt. Scheint irgendwie legal zu sein. Falsche Seite, entgegen der allgemeinen Fahrtrichtung, mit oder ohne Licht, Helm, Bremse: egal! Ich aber hielt deutlich sicher Schritt and he praised me for that. Er wollte mich testen. "You're a really good biker!"

Als dann er sich daran machte, mir zu erzählen, was sein Herz zur Zeit bedrücke.
Hä?? Der ADAC aus Deutschland wäre bei ihm gewesen, bis ich verstand, dass es sich nicht um die guten alten Rocker handelte, verging einige Zeit, und sie hätten eine Reportage geschrieben, dass man in NYC hervorragend Radfahren könne. Dauerte den ganzen Tag und er habe sich den Mund und deren Ohren fusselig geredet.

Leider sei sie nur in Englisch, die Reportage - und wie ich herausgefunden habe, nicht mal gut auf Deutsch geschrieben, was ja für das ADAC-Reisejournal kein gutes Aushängeschild ist – und er bräuchte sie eben in Englisch. Ob ich das nicht mal eben machen könne? Dafür bekäme ich ein Rad gratis bis zu meiner Abreise von NYC. Hab isch Ja gesacht.

So sind diese atemberaubenden Bilder ab Tag 3 in den Straßen NYC's entstanden, die Ihr, liebe Leser, viel häufiger betrachten solltet.

Die Übersetzung ging zehn Tag nach meiner Rückkehr nach Chesterfield an ihn hinaus und ich wurde sodann whole-life member of the Bike-and-Roll-family und habe, wann immer ich in eine BnR-Stadt der USA käme, dort ein Leihrad für lau.

http://bikenewyorkcity.com/submain.php?category=about&sub...

Das nenne ich Glück! Nur wann komme ich nochmals hierher???

22.10.2011

Wobei der Titel in die Irre führt

Die Weberknechte, die sich hier in der Niederkunft des Herbstes tummeln, sind ex-imaginär. Sie ähneln der Konstruktionen, die, in H.G. Wells kongenialem Geiste virtuell ab 1898 behaust, die US Bewohner mal so richtig thrillte. Ich habe einen beobachtet, der gemächlich seines Weges, wo auch immer ihn dieser hingeführt haben möge, seine langen Stelzen auf die Erde nieder walzte, verharrte, seine noch längeren Fühler gescheimdig über den üppigen Rasen ausrichtete, stille ward und vermutlich einfach nur kackte. Danach verloren wir uns aus den Augen, wobei ich nicht weiß, ob er mich tatsächlich bemerkt haben könnte.

Ich hoffe, ich habe ihn nicht zerlaufen.

Es ist alles üppig hier in Virginia. Der Pflanzenwuchs besonders. Und damit auch der Wuchs des Tierrreichs.

Aufgrund der Isolation in der mir, in der inzwischen doch wohlvertrauten Fremde, zu Teil gewordenen Gesellschaft, beginne ich nun Bezüge, ja Parallelen zu Gedankengängen, die mich seit jeher oder auch nur seit Kurzem beschäftigen, zu analysieren.

Bis auf die Dicke der Autos und die der Menschen, ist der Habitus der mir Entgegentretenden im Großen und Ganzen der Gleiche. Mir wird nur, durch meine täglichen Besuche bei einer bestimmten Versenderfirma, häufiger bewusst, dass Alkoholismus nichts mit Beschäftigungslosigkeit zu tun haben muss, aber auf das Gleiche hinausläuft. Besonders wenn es draußen bei 20°C noch sehr angenehm ist um 12h pm.

Ich kann den Zustand, den vier Moskow Mules gegenüber zehn schnodderigen Bud(weiser) zu überragen im Stande sind, sehr wohl zu schätzen wissen. Und doch weiß ich, weil ich nun die Fähigkeit zur Reflexion gelernt habe und genau weiß, wohin die Entwicklung gehen wird, wenn dies von Dauer zeugte, dass dies nur der Anfang für eine tiefe Depression sein kann. Doch der sei nun und muss sogar, auf die Dauer hiesiger Absehbarkeit, Einhalt geboten werden, denn, wie ich im Vorhinein bekundete, weiß ich ja woran ich bin.

Zusätzlich dazu gesellen sich natürlich immer wieder Fragen meines Lebens, das zukünftig in Berlin zu führen sein will, die ich auf meinem erst kürzlich erstandenen high-performance Liegestuhl bei kühlem Bier und Virginia-Zigarette in der durch hellen Mond erleuchteten Nacht durchdenke. Nein, ich bin noch nicht zu einem eindeutigen Ergebnis gelangt, zumal die Firma, bei der ich im August mit positiver Rückkopplung vorstellig war, sich, auf den von mir erfragten Zwischenstand, noch nicht gemeldet hat.

Nächster Tag:
Aus einem leichten Schlaf, den ich zwischen 3&4pm unserer Zeit zu nehmen pflege, erwachte ich mit: fünf riesige Bestellungen im System.
Wie soll ich die eineinhalb Stunden.... , bis zur Auslieferung!? Ja dann aber mal ran!!
Die Zeit war mein Zeuge, es hatte gereicht.
Sogar mit international package, was wirklich tricky ist.

Danach der Verfall an die Vergänglichkeit des Seins.

Dunkle Leere überkommt mich, obwohl ich die Stirnlampe in Benutzung habe.
Günter de Bruyns 'Zwischenbilanz' lässt mich lauthals lachen, obwohl er von einem Krieg erzählt, der die Schilderungen in meinem Halse versacken lassen sollte. Nie habe ich solch nahe Unnahbarkeiten durch meine Familienhistorie erfahren. Und doch meine ich wissen zu wollen, dass de Bruyns Ausführungen nicht den Beschreibungen eines Deserteurs gerecht werden, die mein Großvater auf sich zu nehmen bereit gewesen ist.
Wie auch, er hat es nur angedacht, aber nicht durchgezogen.
Der Hunger, so lese ich heraus, war das Schlimmste. Immer. Sogar der auf ihn, auf de Bruyn, gerichtete Beschuss des Feindes wird in dieser Zwischenbilanz als geradezu schicksalhaft und zeitgegeben geschildert; doch der Hunger taucht immer wieder auf, als immerwährender Störenfried, als Todeshauch.

So liest sich doch mit Leichtigkeit hingegen dies:
... Sie war erwachsener und eine Spur fülliger geworden. Meine Schüchternheit besiegte sie durch Kuss und Umarmung, und sie bat mich in rührender Weise, ihr zu verzeihen. Ich war am Ziel meiner seit Jahren gehegten Wünsche, wartete auf die Glückseligkeit, die mich ergreifen musste, und war entsetzt über mich, als sie nicht kam. G [die vermeintlich Angebetete, Anm. der Redaktion] saß auf dem Sofa im Herrenzimmer, ich hockte vor ihr, den Kopf auf ihre Knie gebettet, und sah im diffusen Licht der grünbeschirmten Schreibtischlampe, dass sich an ihrem Hals die ersten Fettpolster zeigten, das künftige Doppelkinn.
Ich fand grausam, was ich dachte, versuchte mir mit Zärtlichkeiten über die Erkenntnis hinweg zu helfen, dass der erste Mangel, den man an der Geliebten entdeckt, das Ende der Liebe bedeutet, aber aufhalten konnte ich den Verfall meiner Gefühle nicht. [...], und begriff erst in den nächsten Tagen und Wochen, dass die Voraussetzung für meine idealen Liebesgefühle die Abwesenheit der leibhaftigen Geliebten gewesen war.

Man war ich gestern betrunken. Von den von vier auf schlappen fünf Wodka Ginger angewachsenen Verzehr. Dafür bin ich heute auch richtig krank. So muss man leiden, wenn man in der Leiden Lane wohnt, nehme ich an.

Ich bin mir relativ sicher, dass der geneigte Leser/ die Leserin, anderes erwartet, als diese Zeilen, die ihn/ sie aus dem fernen Kontinent erreichen können.
Doch bin ich den Zwängen hiesiger Umstände unterworfen, was bedeutet:
vorwiegend Pakete, Wald, Rehe, Bücher und SUV. Ab und an Essen, Bier und Kurzausflüge, die durchaus ereignisreich und kurzweilig sind.

Nächste Woche New York! Das allerdings ist ein echtes Highlight.

05.10.2011

Zwischenbilanz

In Anlehnung an einen Titel, den ich gerade mit vier anderen, lese. Der Titel handelt von einer Jugend im Berlin vor und während der NS-Zeit, wandelt durch Krieg und die Nachkriegszeit wohl auch noch, da will ich erst noch hinkommen.
Aus der Sicht Günter de Bruyns, der bei Fertigstellung Mitte 60 war.

Ein hervorragendes Buch, die Bürde des Heranwachsens in den Berliner Verhältnissen, sowohl innerhalb der Familie, wie auch in den gesellschaftlichen,
in solch unpathetischen, so heiteren, vor allen Dingen stilistisch umwerfenden Formulierungen darzubieten, macht mich glücklich - und neidisch.

Es sind jetzt gerade mal 25 Tage, die ich hier bin, von 86, die ich hier sein werde, also weniger als ein Drittel. Gunter de Bruyn hat auch mit über 60 seine Zwischenbilanz geschrieben, das war garantiert auch nicht die Hälfte seiner Zeit.

Es muss also nicht die Hälfte von irgendwas sein, um eine Zwischenbilanz zu schreiben.
Andererseits ist bestimmt immer irgendwann die Hälfte von irgendwas...?

Sei's drum, ich weiß gar nicht meer, was in welchem Buch abgeht.
Für das Neuste brauche ich DAS Wörterbuch.
Jonathan Lethem: Chronic City, in original. Eine Empfehlung. Bin sehr gespannt.

Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase hier im Wald, habe ich die Handgriffe inzwischen drauf.
Bin eine alter Hase, was den Ablauf meines Ferientagesablaufs angeht.
Hin und wieder werde ich aber richtiggehend kribbelig, weil ich etwas nicht zu finden vermag. Dann hilft nur: raus aus der Scheune und ab in den Liegestuhl, oder mit dem Quad durch den Garten heizen, um die Post 500 Meter weiter in Richtung Osten zu holen.

Housekeeping. Coole Sache das. Rasenmähen, Dachrinnen entlauben, eben solche anschrauben, mit der Motorsense die Ecken trimmen, den Rehen gute Nacht sagen, das Oppossum bestaunen, den Fuchs anlocken und den inzwischen langsam verstummenden Zirkaden (cicadas) nachlauschen.

Ja, der Herbst kommt, er will. Die letzten drei Tage war es bitter kalt. Tagsüber nur 13°C, nachts ist mir das zahlentechnisch entgangen, aber bestimmt mittig einstellig.
Doch er ist nochmals zurückgedrängt worden, denn heute waren es wieder 24°C.

Doch die unheimliche Schwüle fehlt. Zum Glück, sagst Du, der Du nicht weiß, was das zu bedeuten hat. Ja, ich war auch nicht begeistert, als ich aus dem Flugzeug ausgestiegen bin und ich gegen eine nasse, heiße, schwere Wand gelaufen bin. Doch das jetzige Klima deutet meinen Dafürhaltens eindeutig auf den nahenden Herbst hin, was bedeutet:
Ich muss Holz schlagen, oder irgendwie an welches herankommen, den die Hütte hat keine Heizung.
Und über die Klimaanlage zu heizen geht entschieden gegen meine öko-naziSTISCHEN Prinzipien [;-)].

Die trennen ja Müll hier, wenn sie wollen, gerade heute habe ich eine Ladung Papier, Plastik-, Flaschen, Dosen und normale Verpackungen weggebracht. Spart hoffentlich Müllgebühren, aber dies ist nicht mal der wichtige Aspekt. Dank Trennung hatte ich genau eine halbe Mülltüte von 13 Gallonen (na wie viel ist das in metrisch??? weißt Du nicht auf anhieb?) in nur einer Woche!

Ich auch nicht, kannste mal vier nehmen und dann dat Janze wieder mit Nullkommazweieinsfünf multipliziert abziehen).
Ich muss mich jetzt ganz gewaltig aufregen: Dieses bekloppte imperial(istische)e System. Alles muss man umrechnen, alles. Die trockene Unze fällt anders ins Gewicht als die flüssige. Alles krumm und schief.

Also meine 13 gal sind 49,210353l.

Das Dumme ist nur, das die Amis die EINZIGEN sind, die noch das alte System der Briten fortführen. Kein anderer auf der Erde macht sich noch den Stress, ok, gelogen.
Kanada – schon lange. Die Briten selbst – auch die, doch die wehren sich. Aber das versteht man, schließlich geht es auch um Europa.

USA mit Myanmar und Liberia. Ein Atemzug. Ein imperiales System der Einheiten.
Die armen Schüler/Studenten/Menschen hier, das metrische System müssen sie ohnehin beherrschen, da es seit 1866 anerkannt ist und seit 1975, damals durch Ford auf den Weg gebracht, eingeführt wird! Dauert wohl.

Ich habe also in einer Woche einen halben 13 Gallonen Müllsack entsorgen müssen.
Aludosen (Bier), Flaschen (Bier), Tetrapacks (nein, keine Biere Signore, Milch, Orangensaft), Plastikgallonen (Milch, Trinkwasser, O-Saft) wurde alles getrennt und in verschiedenen Behältnissen gesammelt.

Bis zum Abtransport in meinem economy SUV. Das bisschen Sprit bis zur Recycling!!
Er, der SUV, gibt den Durchschnittsverbrauch mit 9,6 – 11,3 l/100km an. Oder in us geschrieben: ich würde mit der Karre mit nur einer Gallone von 20,9 bis 24,6 Meilen weit kommen. So wird das z.B. im Fernsehen angegeben.

Der neue Chrysler (mit luxury statement beworben) braucht eine Gallone für 31 Meilen.
Ich fahre einen richtigen Schlucker!! Sogar hier bei den Schluckern themselves, muss ich das als winziges Öko-Manko erwähnen.
Jeden Tag sehe ich Menschen aus dem "ABC" herauslaufen mit einer braunen Papiertüte in der Hand, unterm Arm, auf dem Kopf, zwischen den Beinen.

Mir gefällt's hier! Ich bin gerne hier und da und dort, an der Küste, im Museum, auf dem Weinberg, in der historischen Altstadt und mache und tue...

Aber nur weil ich weiß, ich komme zurück...

Übrigens, was glaubst Du, ist ein eindeutiges Zeichen, dass Amerika von Britannien aus eingenommen wurde?
Rasenmähen.
Die mähen hier Rasen, dass glaubst Du nicht. Auch Farbige. Auch Britten.
Immer Rasenmähen, immer zur gleichen Zeit am immer gleichen Tag.
Außer wenn es regnet, dann lässt es sich nicht scheiden, der Grass, leider.

19.09.2011

Ich bin ja nun zum erstenmal in diesem großen Land, aber es ist mir mitnichten fremd.
Natürlich sind mir die Fremden fremd, oder bin ich etwa fremd für sie?
Na ja, jeder ist Ausländer fast überall. Aber ist eben doch westlich hier. Und ich ja auch.

WoWi hat in Berlin gewonnen, aber in allen westberliner Stadtteilen, außer X-berg, hat die CDU die Nase vorne gehabt; er hat nur durch die Ossis gewonnen, aber man sollte die paar Westsympathisanten, wie mich, nicht vergessen.
Auch habe ich sowohl die Piraten als auch die Grünen gewählt.

Ob es ein Ossi hier schwer hätte? Keine Ahnung.
Den breiten Südstaatendialekt verstehe ich nicht so gut, das könnte einem Ossi durchaus leichter fallen, im Radio mittlerweile dagegen meer..., haujurduing meint was? Na eben. Ich hab's ja jetzt.

Im Kino, der Film heißt: The Debt und ist tatsächlich sehr zu empfehlen!!, bringt das Departement of Homeland Security einen Werbespot, der eine hübsche Frau zeigt, die mit einem Taxi in ein hohes Bürogebäude unterwegs ist, dort eine Tasche abstellen wird und sich entfernt, dies sieht eine andere hübsche Frau, die sich mit einem nicht ganz so hübschen Mann - dabei verhält es ich in der stinknormalen Tagesrealität zumindest auf dem Lande genau anders herum – unterhält und sodann energisch mit diesem erster Frau nachsieht und entschlossen irgendetwas unternimmt. Das wird dann aber langsam durch die Einblendung des Ministerien-Schriftzugs, Telefonnummer, email und sonorer, kräftiger, zu Handlungen aufrufender Stimme weg gefaded.

Don't look away if you see something, na ich schreibe mal, inordinary.

Dieser Trailer soll den Bürger dazu auffordern, seine Mitmenschen zu beobachten.
Ja, das wissen wir ja alle, doch das sich dieses Ministerium keinen feuchten Dreck darum schert, dass sein Anliegen so offensichtlich durchsichtig ist, finde ich bemerkenswert.
Blöde ja, aber auch dreist. Ich hoffe, die Bürger, die damit angesprochen werden sollen, wenden sich, aufgrund der Offensichtlichkeit angewidert davon ab.

Die Furcht, die Nine Eleven - kann man schon groß schreiben, oder?, ist doch ein Eigenname inzwischen? - sitzt regierungsseitig, vorsätzlich auf gigantische Größe aufgebläht, noch so tief, dass es zehn Jahre nach dem Fall der Türme immer noch anzukommen vermag, den Bürgern über diesen Schalter deren Loyalität aus dem Mark zu leiern.

So groß wie die Furcht auch die Autos, kürzlich stand ich vor einem Pick-up, auch als PKW (!) genutzt, dessen Kühlerfront war auf meiner Kopfhöhe und ich stand.
Ein Ford RAM 4500. Und ich dachte, die Amis haben auch etwas von der einzuleitenden Energiewende mitbekommen!

Dann habe ich noch einen "Titan"en gesehen, mit 5.6l Hub(t)raum.
So groß die Autos, so groß auch die Einkaufszentren und vor allem die Parkplätze davor. Oder sollte ich doch eher Schwanz erwähnen?
Der Fahrer im aufgebockten Pick-up, der den kleinen Japaner auf füng Inches bedrängt, könnte nicht mehr bremsen, wenn es denn von Nöten sei, was dem Pick-up-Piloten wahrscheinlich ohnehin entginge, denn er würde schlicht über den flachen Japaner juckeln.

Für gewöhnlich ist die zu beparkende Fläche einer Mall zweimal so groß, wie die umbaute. Aber die ist dann doch so groß, dass für die nicht mehr Lauffähigen eMobile bereitstehen, die einen ernorm großen Einkaufkorb mit sich führen, um die Einkäufe aus den kilometerlangen Regale irgendwo zwischen zu lagern.
Manche benötigen so einen Service. Denn die Anzahl der äußerst Übergewichtigen steigt, Sie können sich nicht einmal mehr selbst tragen kann, wie dann noch einen Einkaufs-wagen schieben?
Und schwupps steckt sie, die übergewichtige Person in einem Teufelskreis, den sie eventuell gar nicht als solchen sieht, doch die Mall freut sich ernorm, weil sich die fahrenden Kunden mit noch mehr Müll zumüllen und das System somit am Leben erhalten.

Die laufenden Kunden, die von unachtsamen eMobilern abgedrängt werden, sind dann eher Kolateralschaden, denn die Entwicklung geht eindeutig auf eMobil.
Alter, Verfettung, verfettetes Alter!

Dies ist meine große Furcht und Angst, hier in diesem fremden Land.
Ein Glück ist mir diese Sozialisierung so fremd und ich bleibe ja nicht lange.
Darin stimme ich als Wessi mit dem Ossi überein, denn die hatten ja nüschd,
obwohl das so nicht gut war.

12.09.2011

Nun bin ich also hier, zehn Jahre nach diesem Ereignis, um mich in Virginia zu verlustieren...?
Nun so ganz trifft es das auch nicht, denn ich könnte den Sommer zwar genießen, denn der herrscht hier noch, allerdings ist das ohne Gepäck nicht so gut möglich.

"I'm sorry, your luggage is not been located yet!"

Dabei fing der zehnte September schon so formidable an.
Erst bin ich durch die unzähligen Anrufe von Stefan fast nicht wach geworden, dann sind wir sehr spät losgefahren, um dann zu erleben, dass Iberia nicht einchecken kann, weil die Gepäcklaufbänder nicht funktionierten.

Letztendlich, 20 Minuten vor Abflug haben sie sie dann zum Laufen bekommen.

Ein Frühstücksbrötchen: 6€

Fluch IB 3549 war hoffnungslos verspätet, ich hatte ca 30 Minuten, um von dem Ende des einen Terminals zum anderen Ende des anderen terminals zu gelangen, inklisive Passkontrolle und Zugfahrt.
Ein hoffnungsloses Unterfangen – könnte man glauben.

Ich habe es geschafft, durch Rennen, Vordrängeln bei der Passkontrolle, zahlreiche Pardonrufe. Mein Gepäck doch nicht. Habe ich aber geahnt, während ich über die Laufbänder rannte und andere Fluggäste mit meinem dringenderen Anliegen überrannte.

Der in einer hübschen Auslage lagernde Whisky wartete vergeblich auf mich.

Immerhin, ich hatte vier Plätze für mich, vier Decken und ebenso viele Kissen, um mich sogleich vor den Fängen der Klimaanlage zu schützen, die meinen schweißnassen Körper haben wollte – aber nicht bekommen hat, ha!

Die Schlafensmöglichkeiten waren also, verglichen mit einem Monoseat, als superb zu bezeichnen. Essen gut, aber natürlich zu wenig. Ein Zweites kam dann trotz dringender Bitte nicht. Dafür Bier und Gin Tonic, diese jedoch weder mit Gurke noch Zitrone bestückt und dazu limitiert.
Nicht nur zu spät und nie da, wenn man sie braucht, hat mir die Unfreundlichste aller Diensthabenden mitgeteilt, dass dies jetzt der Letzte sei, bis zum Abendessen.

War mir egal, hatte mir sowieso schon gedacht, das Trinken ein wenig einzuschränken,
schließlich sollte ich auf ein paar Fragen an der Immigration noch antworten können.

Die Saftschubse hat mir dann noch zwei Bier gegeben. Komisch, dass Männer mitunter freundlicher sein können als Frauen!
Auf dem O'Hare Airport in Chicago ist mir dann vor Augen geführt worden, dass ich den letzten Strohhalm der Hoffnung knicken konnte, denn der rote Trolly war eben nicht auf dem Band. "Complains about your baggage please at your destination!!!"

Jetzt mit mehr Zeit, hatte ich mir die Freiheit genommen, einen Officer zu fragen, ob ich hinaus gehen könne, um zu rauchen, was dieser bejahte. Allerdings war ich schon durch die Security, was nach meinem Rauchaufenthalt in einer irrwitzigen Schwüle von neuem erforderlich wurde.
Scheiße noch eins, ich hatte nicht zuviel Zeit und der Café, den ich mir für 3$+ leistete, war so heiß, dass ich nicht mal trinken und ihn in die Tonne treten musste, weil der Körperscanner keine heißen Papierbecher duldet!

Wieder kein Whisky! Ab in den Flieger nach Richmond. Klein, niedrig, kein Bier mehr for free. Dafür Dr. Pepper. Habe ich früher gerne getrunken, doch an jenem Samstag hat es künstlich geschmeckt. Das hatte es damals bestimmt auch schon!

Auf einmal kam mir der Gedanke, dass sie es vielleicht geschafft haben könnten, mein Gepäck doch diesem Flug anheim gestellt haben könnten.
Dieser Überlegung wurde dann durch die vier Gepäckstücke, die auf dem Flugfeld standen die Berechtigung entzogen.

Immerhin habe ich auf dem Richmonder Flughafen über meinen Verlust Aufzeichnung erhalten. Inzwischen jedoch, nachdem ich richtig viele Nummern angerufen habe, verliere ich mit jedem Anruf die Hoffnung auf Wiedererlangung, da keine Person – von Robotern ganz zu schweigen – weiß, wie sie vorgehen soll!

Immerhin hat die Abholung durch Alex, jemand, der hier schon seit Langem den Dienst tut, den ich jetzt übernehmen soll, richtig gut hingehauen.
Und das Wetter ist gut. Jedoch geht die Schwüle hier gegenüber Karlsruhe mit einer Zehnerpotenz ins Rennen.
Bei nur einer Unter-, Hose, Unter- und Hemd, Gartenarbeit und ohne Zahnbürste, kein richtiger Spaß.

Das Steak, das ich dann abends in Chesterfield bekommen habe, war zwar gut, aber natürlich viel zu klein.
Und wenn irgendjemand nochmals behaupten will, die Lebenshaltungskosten in den USA wären niedrig, so werfe ich ihm meine Rechnungen um die Ohren!!

So erlebte ich also zehn Jahre nach dem wievielten amerikanischen Trauma, bei der Einreise in dieses Land, mein eigenes. Nur echt unentspannt, dass dieses so viel näher ist, als das Mitgefühl für die große Anzahl der Opfer bei Fremdtraumata.

Aber es hat ja auch niemand etwas von Spaß erzählt.

08.07.2011

Morgens um sechs Uhr ist es noch nicht ganz so voll auf Berlins Straßen.
Es beginnt erst gegen sieben, sich wirklich rasant zu füllen.

Man kann diese Zeit nutzen, um aus Berlin hinaus zu kommen,
oder aber auch nicht.

Mein alter Bus bog in die Bülowstraße ein, um mich zu einem Einsatz abzuholen.
Wir waren zu fünft, recht dunkel gekleidete Personen auf dem Weg in die ferne gelegene sächsische Landeshauptstadt.

Jedoch, wir fuhren nicht lange, denn, meiner ständigen Aufmerksamkeit zu verdanken, bemerkte ich die blinkende, rote Leuchte im Armaturenbrett, diejenige, die indiziert: Achtung, sofort stoppen, kein Kühlwasser im Kreislauf, jeder weitere Zentimeter könnte den Zylinderkopf zerreißen!!!

Busspuren sind sehr gut als Standstreifen zu verwenden, das machen viele, vor allem ohne Panne.
Der Qualm war schnell verzogen, die Schadstelle ebenso gefunden.

Die Schlauchschelle zum Kühlwasserumlauf war locker und verrostet. Wohl wegen des ständig heraustrielenden Wassers.
In Berlin ist's aber schwierig um diese Uhrzeit, eine derartige Schlauchschelle zu finden.
Diese einseitige Fixierung auf Lebensmittel, die man zu jeder Uhrzeit überall bekommen kann, nützt dem Panneur nüscht. Nach fest kommt ab. Und jede Tankstelle in der Nähe, die ja auch Lebensmittel führen, hatte diese nicht im Sortiment.
Servicefahrzeuge, die ihrerseits zu Einsätzen fuhren, mussten passen. Service??
Aber liegt die Schuld nicht bei mir allein? Sollte ich nicht einen kleinen Satz der wichtigsten Dinge an Board haben, für Fälle - wie diesen?

Da machte sich doch eine von uns daran, der BSR (die hiesige Stadtreinigung). eine Schelle klauen zu wollen. Kein allzu dummer Gedanke, eine von vier Schellen, die den Abfallbehälter auf der gegenüberliegenden Straßenseite umklammern, zu entfernen, um sie einer anderen Bestimmung zuzuführen.

Um halb sieben morgens, sollte man nicht meinen, ist die Polizeidichte auf der Martin-Luther verdammt hoch und so geschah es, dass sich eine dieser hochverdichteten Streifen ganz langsam hinterrücks an die Abschraubende heranpirschte.

Oh weh, wie tut das nicht gut, zu viert außerstande zu sein, nicht eingreifen zu können!
Am offenen Motor wurden wir vier Männer Zeugen, einer nicht von uns aus zu stoppenden Ordnungswidrigkeit. Oder ist es gar eine Straftat?

Ruf doch mal jemand an!! Das Dilemma in solchen Situationen ist die organisatorische Logistik. Die Polizei war viel zu schnell, als das einer von uns ein Warnung über den Ether hätte ausgeben können.

Keine Anzeige, aber auch keine Klemme. Sie war charmant und sie ist hübsch und die beiden Ordnungshüter wohlgestimmt.

Die letzte Bastion: der Baumarkt 7h, nicht weit. Kabelbinder sind nach wie vor lichtgeschützt im Bus. Gaffa und Kabelbinder. Das hält! Manche behaupten, die Welt zusammen.

Drei weitere Minuten bleiben die baumärktlichen Türen geschlossen. In der Zeit die Busschnauze auf dem Parkplatz so hoch wie möglich gestellt, die Entlüftungsschraube geöffnet - warten bis die Schelle kommt.
Bestückt Tankstellen mit mehr Material und leistet so Hilfe zur Selbsthilfe!

...tötet den Fahrspaß!

19.06.2011

Gestern, ja, es war gestern, da ist etwas über mich gekommen, das sich mir nicht vorgestellt habe, ich aber im Nachhinein erkannt habe.

Es war beim Zahnarzt, vielmehr bei meiner Zahnärztin. Es sind zwei, die sich die Praxisräume zu teilen scheinen. Bei einer bin ich gerne in Behandlung, ich nenne sie C.
Die andere ist mir relativ unsympathisch und macht auf mich den Eindruck einer Gefängnisaufseherin aus der lange untergegangenen UdSSR, ich nenne sie R.

Meine Anti-Zahn-Abrieb-Schiene, oder umgangssprachlich: Beißschiene, hatte ich vor Wochen zu heiß gebadet und somit aus der Form gebracht. Was für mich bedeutete, ohne sie zu schlafen.

Der Laie meint, dass ginge, tut's auch, aber besser schlafe ich mit, meine ich bis heute.
(An diesem Punkt, muss ich zugeben, dass ich noch evaluieren muss!)

Da C aber nun nicht zugegen war, musst ich das gesamte Prozedere unter R absolvieren:
Abdrücke, Speichel läuft in den Rachen, vorbeugen, darf nicht, ich wurckse, rolle mit Augen, dann doch nach vorn – endlich.

Zwei Wochen später ist das Schienchen dann eingetroffen. Einpasstermin.
Aber sie will nicht passen. Es ist ein Auflager entstanden an 15 oder 16 nach FDI-Schema. Wodurch kann nicht mal die Russin sagen.

Ich jedoch werde ungehalten, freundlich, nicht laut, doch sehr bestimmt.
Habe ich doch versucht bei dem Problem der Fehlersuche zu helfen und immer wieder erklärt, dass es über einen dieser beiden Zähne zu sehr federt. R war sehr bemüht, sie tat mir auch leid, das Lager wich nicht, sie erwähnte einen neunen Abdruck.

Ich erklärte ihr, dass ich seit vier Wochen auf diese Schiene wartete, ich knirschte erheblich und erhoffe mir wohligeren Schlaf, morgens zumindest keine Kieferschmerzen mehr. Nach zehn Minuten des ständigen Einpassens dann endlich -

(und nach jedem fräsenden Arbeitsschritt eine, bereits durch wiederholten Ablauf:
Sitz Prüfen, Fräsen, Waschen, Sitz Prüfen, ...
erwartete Waschung des Objekts, entweder unter dem Wasserhahn oder unter der Luftdusche.
aber dann: doch keine Entfernung der Kunststoffreste nach R's Bearbeitung?
Wer soll da noch wissen, wann er seinen Kopf zurücklegen soll, wenn Patient keinerlei Schema der Kunststoffkrümelentfernung erkennen kann und sich dann Kunststoffreste im Mund ablagern!!)? -

eine Passung, die meinen Biss entzückte. R ward's zufrieden, ich auch. Sie ging polieren,
die Schiene. Ich entzückt, meinen Groll gezähmt bekommen zu haben.

Doch: Habe ich wohl verspürt, mit meinem expressionistischem Missfallensverhalten gegenüber einer mir entgegengebrachten Leistung nicht etwa auf Ablehnung zu stoßen, sondern Unsicherheit bei R zu schüren, ihr Verlangen, mich wohlwollend zu stimmen wuchs, und um so mehr ich das ungelöste Problem proportional der zunehmend unpassenden Einpassungsversuche verbal wie emotional souverän kommentierte, um so mehr flüchtete sich R in die "Neuabdrucklösung", was dann auch geschah.
Unangenehm solch ein Schwein zu sein, ich war mir peinlich.

Macht Macht süchtig? Fragte man mich rundheraus, antwortete ich im Brustton der Überzeugung mit NEIN, denn ich fühlte eine innere Peinlichkeit, zu sein wie ich war, so sein zu müssen, um mein Interesse als gestreute Ladung an die Adressatin zu verschießen, weil R Unfähigkeit bewiesen hatte, die ich ihr seit unserem ersten, weit zurückliegendem, Zusammentreffen bescheinigt hatte. Abstoßend. Verwerflich.
Erwartungshaltung und Selffulfilling Prophecy ?
Beides selbst gemacht, da, wieder dieses Wort!

Ein Schwein, wie ich keins sein will, nein ein Gutmensch doch, so will ich sein, wird jedoch, wie tags zuvor geschehen, durch ein Telefonat angefüttert.
Schamlos die Kündigungsandrohung in seinem Hause wissend, fließen Argumente von meinem hohem Sockel auf gedemütigte, wohl in meine Richtung vorhergesehenen, finanzaustrocknenden Boden, und pflanzen einen Schuldkeim im Kopfe des Versicherungsmaklers, nur weil er sich einen Versicherungsvertrag unter den Nagel reißen wollte.

Klar: Missachtung unserer Absprache.
Und doch:
Ausnutzung eines, wenn auch vielleicht durch die Gegenseite bewusst eingeleiteten, Fehlers, um mein Interesse voll auszuspielen und ihn durch Generosität meinerseits, eine immerwährende "Gefallenssituation" aufzudrücken.

So gestärkt, konnte ich doch zum "persönlichen Schlag" aufrüsten und R, während ich bequem im Zahnarztstuhle lungerte, so richtig höflich meine Meinung geigen.

Sollte das die Methode sein, mit der es sich weiterkommen lässt, in deutschen Stuben?
Ach, wie spät, schon wieder, werde ich dem Spiel gewahr, das die Gesellschaft, in der ich mich bewege, für mich bereitgehalten hat.

Verarmende Gesellschaft - und ich mittendrin!

04.05.2011

Es ist spät, aber es kommt doch noch.

So, nun hamm wa in Berlin noch bald ein neues Denkmal.
Das Holocaust'sche zählt ja nich, denn dat is ein Mahnmal!

Auf der Schlossfreiheit, dort wo einst das Kaiser Willem I Denkmal stand,
kann man bald im Großen wippen.

Wir bekommen eine 50 Meter lange Wippe, fast einen Halbkreis die mit Fotos und Sprüchen und Sätzen versehen sein wird. Ab zehn Menschen auf einer Seite dieser Wippe, neigt sich das Riesensportgerät um beachtliche 100 Zentimeter in Richtung der Schwerkraft.
Eine Stuttgarter Szenografenschmiede (ist nicht von mir!), Milla & Partner, und die fremdfachgehende Choreographin Sasha Waltz haben einen Wettbewerb gewonnen, der, hört, hört, vom Verkehrsministerium mit ausgelobt wurde.

Drei Meter kann sich die "Merkelschaukel" neigen. Also 1,5 Meter aus der Horizontalen heraus.
Bereits bei 50 Touristen kommt es zum Maximalausschlag.
1250 sollen insgesamt darauf Platz finden.
Heißt dann auch offiziell "Bürger in Bewegung".

Fragt sich inwiefern sie sich bewegt fühlen?
Ob sie die 10 Millionen kratzen, die die Wippe kostet?
Immerhin ist das ein Bundesdenkmal und wird somit von allen Steuerzahlern finanziert.
Manche wollen dies bestimmt nicht bewegen. Aber welche Wahl haben sie denn?

Der oberste Kulturminister Neumann findet's gut. Der damalige, Naumann, hat sich für das oben erwähnte Mahnmal stark gemacht. Das hat allerdings 55 Millionen gekostet. Irgendein N-mann muss immer etwas hinterlassen.

Dat schaukelnde Ding wird also mit Zitaten und Bildern der revoltierenden DDR-Bürgern bestückt. Kann man die dann noch sehen, wenn die 1250 darauf herumwippen?
Vielleicht sollten sie Solarmodule d'raufpacken und auch noch die Bewegungsenergie ins Netz einspeisen, dann könnte sich die Investition ja vielleicht in vier Generationen amortisieren, oder die Beleuchtung um es herum selbst generieren.
Vorausgesetzt die Module, Elektrik und Mechanik machen wartungsfrei mit.

Vielleicht fallen auch trunkene Touristen vom schmalen Grat, der ja nur durch ein dünnes Drähtchen gegen eben dieses Herunterfallen sichern sollen.
Zu blöd, dass sich alle Kulturbeflissenen in den Blättern, für die sie schreiben, recht geschlossen gegen dieses Denkmal stellen, weil es das ursprüngliche und zweideutbare überflüssig machte.

Das Brandenburger Thor.
Steht für Spaltung und Einigung gleichermaßen, nicht nur Deutschland allein, sondern soger ganzer Blöcke, kostet nur Unterhalt, ist touristisch voll etabliert und schon etwas älter. Durchaus ein nicht von der Hand zu weisendes Argument - das der Kosten.
Die anderen lasse ich lieber außen vor.
Aber vielleicht ist genau das der Knackpunkt, es ist halt nicht nur für die Deutschen.

Doch, mich freut der Bau und ich sehne schon mit Vergnügen den Zeitpunkt herbei,
an dem es geschlossen werden muss, da sich der erste Unfall ereignete und dann aus den "Bürgern in Bewegung" "Bürger vor Erstarrung" wurde.
Wer wann wohl wo mal meer Denke!
Würde dann auch zu Deutschland passen.

05.04.2011

Nun, meine Lage, wie ein jeder weiß, ist nicht besonders rosig, jedoch nicht rostig, obwohl ich mich gerade, um dreiviertel vier Uhr morgens – nach harter Arbeit - so fühle, allein mir fehlen: ein mir mich mit zu identifizierendem job, meer Geld und eine geliebte und liebende Frau, jedoch ist sie rosig genug, um die Skurrilitäten dieser Stadt immer wieder lieb zu gewinnen und mich von ihr (der Stadt) und ihnen (den Skurrilitäten) nicht unterkriegen zu lassen.

Es war ein richtig anstrengender Tag und jetzt läuft fantastische Musik im DLR.
Ein Veranstaltungsabbau der logistischen Abart, leider durch mich nicht verbesserungsvermögenden, bildete den Auftakt.
Eine unter enormen Zeitdruck geführte schnitzeljagende Radtour mit viel Bier und viel Regen, smartphonig beantworteten Fragen zu Berlin, die den jeweiligen Besuch der Stationen hinfällig machte, schloss den zweiten Part des Tages ab.
Die Telekommitarbeiter waren wirklich cool. Hätte ich nie erwartet. War völlig voreingenommen. Spitze. Sollte ich Anbieter wechseln? Die kommen aber alle aus Bonn.

Den dritten Teil des Abends füllte ein Filmdreh aus, bei dem ich unbedingt Statist sein sollte. Der Regieassi wollte mich haben und so habe ich eine spätere Anfangszeit aushandeln können. Aber das tut nichts zur Sache, auch nicht das meine Shifttasten, überhaupt fast alle Tasten, meines Laptops so langsam abkacken.

Genau einmal wurde ich innerhalb des Drehs von acht Stunden ins Bild gesetzt, dafür habe ich bei Ankunft die halbe Stullenplatte aufgefuttert, geschlafen, Zeitung gehört und mit vielen tollen Menschen, unter anderem bekannten Komparsengesichtern, Konversation betrieben.
Sogar Hannes Jänicke hat mich zweimal gegrüßt. Der kann mich nicht kennen!!

Aber es war unter einigen eine Frau anwesend, die alle bisher gesehenen bezüglich ihrer Anmut und ihres Aussehens in den Schatten stellte. Ein Bulgarin.
Gedämpfte Stimmen, ob der stets herrschenden Schweigepflicht, dadurch aber schlechtes Verständnis, wegen ihres Deutschs, trotz zusammenhängender Köpfe.

Sie schätzte mich auf 32. Ist das nicht schon beleidigend? Sie meinte es als Kompliment.
Bei 40 als Antwort war sie ein wenig um Ausgleich bemüht.
Aber mit 23 ist das kein Wunder.
Ich habe mittlerweile wirklich mehr grau als Anderes im Bart!
Erzählte von ihrem eifersüchtigen Freund, dessen Charakter ihrer beide Liebe auffräße, fragte mich nach meiner Freundin, woraufhin nur die Antwort des Verlassenseins folgte, wollte wissen, ob sie nach Mailand gehen solle, ein Modelkarriere beginnen. Ein Traum von ihr! Sie sei schon eingeladen.
Natürlich, musst Du machen!
Doch wegen des Freundes eher nicht.
Der enge sie aber doch so sehr mit seiner Kontrollhaftigkeit ein?
Mädchen, mach' den Fehler nicht, Du wirst es auf ewig bereuen, wenn Du nicht gingest.

Sie selbst vertraue niemandem, auch nicht in der Partnerschaft. Gerade in Bezug auf Treue.
Da sei das Ende dieser Partnerschaft aber schon vor ihrem Beginn nicht wirklich zustande gekommen, was sollte ein anscheinend noch junggebliebenes Mittelalter anderes aus seinem bescheidenem Erfahrungsschatz auch sonst erwidern?

Ich habe ihr meine Nummer gegeben. Nur für eine Fahrradtour. Oder Beistand. Alles andere ist bei 17 Jahren unterschied einfach nicht drin! Aber ihr hättet sie sehen sollen.
Politikwissenschaft im achten Semester. Bitte? Schon? Chapeau!

Dann Heimradeln, ein Umdrehen von ihr, deren Namen ich nicht kenne und ab in die Skalitzer. 20 Minuten, das ist die Standardentfernung in Berlin. Kaum kürzer, aber auch kaum länger. Zu DER ihr wäre es kürzer gewesen, aber die gibt es nicht mehr.
Kurzer Halt bei einem Späti, oder auch auf Ostdeutsch Stützer, die gab es aber nur in Ost-Berlin, um noch Tabak zu kaufen. Glücklich, noch einen um drei Uhr dreißich geöffnet zu finden, wollte der mich bescheißen.
Ey Alter, ich habe dir gerade meinen letzten Zehner gegeben, also mach mich jetzt nicht an und gib mir den Fünfer dazu.
Er hat es nicht geschafft, mich zu bescheißen.
Musste ihm aber sagen, dass ich nicht wieder kommen werde.
Obwohl ich mir gerade überlege, ihn zu erpressen und so ständig Tabak gratis abstauben könnte...

Die letzten Meter bis nach Hause, recht laute Musik in den Ohren, Archie Bronson Outfit "Derdang" – unbeschreiblich! Auf einmal werde ich angehalten von einer Prostituierten, die Feuer haben will, gebe ich ihr, natürlich, doch die eckig aufgeklebten Fingernägel sind abstoßend, dem potenziellen Freier gleich mit, ich will ja keine falschen Hoffnungen in ihr aufkeimen lassen und ihm nicht die Hörner aufsetzten, wie es wohl während dem Dreh beim ersten Gesprächspartner mit der hübschen Bulgarin geschehen ist.
Ich sei aber ein hübscher Mann. Danke sehr. Konnte nichts erwidern.
Das nächste Mal ficken wir! Habe ich überhört.

Noch 20 Meter, ein Frauenarm reckt sich in meine Fahrbahn: Ich blase Dir einen.
Ja, ich wohne an einem Straßenstrich, doch so geschäftig rallig haben sie sich noch nie gezeigt.

Seitdem sitze ich hier in meiner feinen Küche, trinke Bier, rauche Zigaretten und schreibe diese Zeilen. Da dauert jetzt locker zweieinhalb Stunden und ich bin nicht müde.
Wie schaffe ich den morgigen Tag?
Die Türen an der Spüle wollten morgen gemacht werden.

Der Alltag heilt alle Wunden.

31.03.2011

Betrügereien

Meine lieben Freunde, ich muss Euch etwas gestehen:
Ich bin naiv.

Ja, richtig gelesen. Zwar habe ich mich mitunter, so hin und wieder, gefragt, ob all das, was die Geschichte im Folgenden noch formen wird, gutmenschlich auszulegen ist, bin aber bei dieser Auslegung geblieben.

Eine Irin, wir nennen sie Daisy, wohnhaft in London, hatte Anfang Februar das kleine, in dieser neuen, schönen Wohnung, deren Adresse Ihr bereits habt, Zimmer ungesehen gemietet.
Seltsam dies allein. Kein Foto, kein Anruf, obwohl ich ihr das vorgeschlagen hatte. Irgendwann kam ein Verrechnungsscheck, entgegen meiner Europaüberweisungsangaben, über 3200€.

Wow. Meine Geldsorgen, die ich zu diesem Zeitpunkt hatte, immer noch habe und wahrscheinlich auch nach dieser Geschichte bestehen bleiben werden, schienen imaginär gelöst.

Die mail des nächsten Tages, in einem grauenhaften, wahrscheinlich mittels Babelfisch übersetzten Deutschs, verfasst, sollte mir doch die Unzulänglichkeit ihrer Firma nahe bringen, die all ihr, für sechs Monate berechnetes Vermögen, zu meinen Gunsten an mich überwiesen hätte. Sie glaube ja doch sehr, dass ich vertrauenswürdig sei,
und ich das Geld nicht einsackte. Vielmehr würde sie es begrüßen, wenn ich ihr 500-800€ leihen könne.
What? Dear Daisy, this is not possible, I'm absolutely sorry.

Nun, sie wolle warten, bis ich über das Geld verfügen könne und ihr per Western Union den Restbetrag zurücküberweisen könne. Das ist richtig teuer. 4% will diese Gesellschaft für ihren Expresstransfer.

Doch es war ohnehin nicht möglich, denn dieses Geld, von der Bank of Ireland – das möge sich der Leser mal auf dem Auge zergehen lassen – war gesperrt, ja ist noch gesperrt, wenn es denn noch da wäre. Aber solche Schecks haben die Angewohnheit zu platzen, was er gemacht hat, noch vor dem Ablauf der Frist – bis 31.03.
Müsste ich jetzt zwei Punkte setzten?

Emailgeplänkel folgte – alles in allem. Wie es mir ginge, ob ich ein besonderes, herausragendes, überwältigendes Wochenende gehabt hätte und solche liebsäuselnden Phrasen. Immerhin wollte sie warten, bis ich eben über das Geld verfügen könne.
Allerdings blieben die Antworten abrupt aus, als ich eine Ausweiskopie und eine Unterschrift einforderte.

Nun, das bin ich, vertrauenswürdig. Und habe sage und schreibe durch meine Naivität doch noch 64,55€ verloren. Durch diese blödsinnig hohen Gebühren, die zu meinen Lasten gehen. Das hat der nette Bankkaufmann mir nicht verraten, dass die von meinem schwer erarbeiteten Geld abgeknipst werden.

Ich habe meiner Bank daraufhin natürlich gehörig den Marsch geblasen, ob ihrer hervorragenden Scheckhandhabungs-Beratung, aber natürlich auch von der nichts gehört.

Was macht ein noch unbescholtener Bürger, wenn er gelinkt werden soll? Wenn er zwei Wochen braucht, um wirklich darauf zu kommen, dass seine Gutmenschlichkeit nicht in jeder Lebenslage zu passen scheint? Er geht zur Polizei und erstattet Anzeige.
Weil er ja zu gutgläubig ist, muss er nachhaltig ein empörtes Zeichen gegen diese gemeine Unmenschlichkeit setzten.
Die Polizei, in Form eines Kollegen, war sehr nett und verständnisvoll, aber ohne Worte auf ein aussichtsreiches Verfahren. Kostet nur wieder Steuergelder, denn es wird über Landesgrenzen ermittelt werden. Naja, zumindest das LKA wird eingeschaltet, die das nach wohl Nigeria nicht weiter verfolgen werden.
Aber immerhin gab es ein Wort der Aufmunterung: Ich hätte mich richtig verhalten, die 65€ wären ja nichts. Ja?
Der Ärger über mich selbst wiegt wahrlich schwerer.

Alles, was nicht gut läuft innerhalb dieser Zeilen, ist weiblich. Fällt das jemandem auf?
Und doch ist dies Zufall, so will es meine Gutmenschenseele.

Vielleicht wäre es doch ratsam gewesen, die linke auf den Angebotseiten meines Zimmers zu studieren, die über Betrugsversuche informieren wollen.
Wie heißt es so schön im neu-deutschen Volksmund: Read the fucking manual!

Nun so habe ich nun statt keiner, zwei MitbewohnerInnen. So kann's gehen.
Dafür für dreie einen Schlüssel zu wenig (Antrag schon vor eine Monat eingereicht, Schimmel in meinem Zimmer (die Mietminderungsandrohung ist schon zugestellt), Spiegel kaputt, noch Baustellen in Küche, Bad, Balkon (temporäre Werkstatt) und Bus mit keinem Auspuff mehr.

Doch, doch, das Leben ist schön, vor allem in dieser Wohnung.

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